Über die Kategorie "Werte"

Wir haben bei unserer Schulgründung viel über unsere Grundwerte nachgedacht und einige Zeit gebraucht, diese zu formulieren. Wir merken, dass dieses Verständnis für eine gute Zusammenarbeit unabdingbar ist und wollen hier deswegen die „ermöglichenden Faktoren“ dokumentieren.

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Gibt es schon eine Sammlung von solchen Grundwerten? Stehen die schon fest?
Ich habe schon ein paar Sammlungen von Grundwerten in Lehreinrichtungen angeschaut. In einigen Fällen habe ich mir gedacht, dass sie bei einer multiethnisch zusammengesetzten Schulklasse nicht auf ehrliche Akzeptanz stoßen könnten. Wenn die Sache noch unfertig sein sollte, würde ich gerne meine Expertise einbringen.

Einer dieser „ermöglichenden Faktoren“ ist wohl eine gründliche Evaluation des Lernerfolgs.
Wenn wir am Anfang zusammen mit den Lernenden Lernziele festgelegt haben, dannnwollen wir auch wissen, ob wir die erreicht haben. Falls nicht: Woran hat’s gelegen?
Schwammbegriffe wie „Persönlichkeit“, „Ausstrahlung“, „Reife“ wollen wir vermeiden, bzw. ihnen einen klar definierten Sinn geben, um sie messbar zu machen. Unsere Argumentation soll immer auch für Menschen nachvollziehbar sein, die an ihr nicht mitentwickelt haben.

Lernen muss man wollen. Es klappt nicht, wenn es nicht intrinsisch motiviert ist. Also können wir als Lehrende niemandem ein Lernziel überstülpen, das er/sie nicht interessiert. Wir können allenfalls werben oder ein Ziel auf später verschieben. Das müssen wir aushalten.
Tatsächlich wissen wir selber nicht, ob unsere Lernpartner die Fähigkeiten, die wir selbst für unabdingbar halten, später einmal wirklich brauchen werden.

Hallo Thomas, es gibt ein paar sich parallel entwickelnde Ergebnistypen - nicht zuletzt aufgrund unseres konkreten Handlungsdrucks in der Schule. Ich versuche sie so weit wie es geht entkoppelt zu betrachten - geht nicht immer:

  • die Diskussionen hier in der Community über „alles Wichtige“, zum Gedankenaustausch, Begriffsklärung und neue Ideen
  • die Requirements Map wie hier beschrieben: Wie funktioniert SELFSCRUM?
  • die Ergebnisdokumentation, die aufgrund eines redaktionellen Prozesses entsteht, der momentan ziemlich hinterher hinkt. Dort findest du auch die „Grundwerte“ skizziert.
  • unser schulbezogenes Lernprojekt, das wir noch nicht publizieren, das aber stark dieser Planung folgt: Miro-Präsentation Am besten im Presentation Mode (Button unten links) ansehen. Darin auch der Link auf Seite 4 auf einem Artikel von shiftingschool, der uns sehr inspiriert hat.
    In diesem Sinne bin ich mit all deinen Anmerkungen sehr einverstanden und hoffe, dass wir uns bald mal direkt dazu austauschen können. Ich plane einen regelmäßigen Community Video Call, habe aber noch keinen festen Termin…
    Danke und bis bald!

Ich muss gestehen, dass ich immer noch nicht richtig begriffen habe, wie Selfscrum funktioniert oder eines Tages funktionieren kann. Es geht darum, „neue Lernräume mit wenig Aufwand zu gründen“, allerdings soll auch keine Sammlung von Schulstundenvorbereitungen entstehen - logisch, weil wir ja den Lernenden nicht vorschreiben wollen, welche ‚richtigen‘ Antworten sie geben müssen, um Prüfungen zu bestehen.
So einen Lernraum, den möchte ich mal sehen. Und später auch mal in Aktion. Dann weiß ich auch, wo ich meine Ideen anhängen kann, um was gemeinsames, Neues zu schaffen, und nicht bloß einen isolierten Gedankenzettel in den Zettelkasten zu legen.

Schau mal hier, ein Lernraum: https://mehristweniger.wordpress.com
Und hier, ab Seite 17, der theoretische Background dazu. https://li.hamburg.de/contentblob/5307324/835e871f77f413ee18444f5cf6f635f2/data/pdf-globales-lernen-aspekte-einer-postwachstums-oekonomie-aktiv-ccn2.pdf
Habe ich erst nach dem Start meiner Konzeption entdeckt und bin froh, dass ich viel Kompatibles wiederentdeckt habe

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Wie ich es verstehe, ist ein Lernraum also eine Sammlung von Artikeln, die Denkanstöße vermitteln, zu allen möglichen Themen.
Möglicherweise enthält er dann auch die verschiedenen Bearbeitungen und Diskussionen, die die Lernenden darauf produziert haben. Das alles ist frei abrufbar und verwendbar, bei Bedarf auch zum Einsatz in normalen Schulen.

Ich habe sowas auch mal produziert: Eine Sammlung von Denkanstößen zum Thema „Argumentieren und Streiten“. Es fängt an bei typischen Alltagskonflikten, Konter gegen Mobbing, schlagfertiges Antworten, Analyse von Argumenten: „Stichhaltig oder nicht?“, Vergleich mit Scheinargumenten. Dann zählt es kulturelle Besonderheiten mit ihrem Konfliktpotenzial auf. Zuletzt gibt es noch eine Fallstudie zum Thema „Statistik in der Argumentation“, dort wird am Beispiel von Leukämieraten in der Nähe eines Atomkraftwerks - versus ein Ort ohne Kraftwerk- untersucht, ob eine erhöhte Leukämierate zwangsläufig auf die Wirkung der Atomstrahlung zurückgeführt werden kann, bzw. wann das nicht geht. Die Fallstudie eignet sich für Schüler ab der 7. Klasse, weil hier einfach mit einer großen Anzahl Bernoulli-Experimente gearbeitet werden kann, anstatt dass man Statistik auf Uni-Niveau treibt. Ein Softwarebeispiel dazu ist in R geschrieben, einer Statistiksprache, die frei und leicht erlernbar ist. Das fertige Beispiel gehört nicht zur Aufgabenstellung, sondern die Lernenden sollen eine Lösung selbst programmieren.

Falls gewünscht, hänge ich alles hier an.

Moin, dein Angebot klingt super!
Ich bin gespannt wie sich unsere Struktur entwickelt.
Der Lernraum ist aus meiner Sicht die Repräsentation des Lernens an einer konkreten Schule für einen konkreten Zeitarum. Das „Wissen“ ist ja eh alles schon da im Internet. Mir geht es eher um die Vernetzung von Lernenden, die sich erarbeitete Informationen teilen und so einen Kontext herstellen, in dem sie sich selber gut entwickeln können, weil sie auf „gelernte Erinnerungen“ ihrer Gruppe zurückgreifen können.
(Und natürlich auch ihre Nachfolger, aber für die ist es dann nur noch sekundäres Wissen).

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Konstruktiv Streiten 2.pdf (241,5 KB)

Funktioniert der Download vom Pdf?
Das Programm auf dem Foto ist als Beispiel gemeint. Die letzte Zeile gibt ein rechnerisches Ergebnis aus, es verwendet die Poissonverteilung, während die oberen Zeilen das Ergebnis durch eine Simulation entwickeln.
Lässt sich daraus ein Lernraum entwickeln?
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Übrigens, zun Satz „Das Wissen“ ist ja eh alles schon da im Internet“: Dazu meine ich: schon richtig, aber da ist auch viel Fake, viel Unsinn, viel Überflüssiges. Da muss man das Nützliche herausfiltern. Dafür sind die Lehrenden da.